»Herrlichkeit! – Am farbigen Abglanz haben wir das Leben«
Michael Triegel, Foto: © Sebastian Willnow
Michael Triegel zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Malern Deutschlands. Sein Werk bewegt sich zwischen Tradition und Moderne, zwischen Provokation und Spiritualität. Inspiriert von der italienischen Renaissance und dem Manierismus, vom spanischen Barock sowie von den flämischen Meistern des späten Mittelalters setzt er sich in seiner Kunst mit zentralen Fragen der Gegenwart auseinander: Sinn, Glaube und Identität.
Triegel wurde 1968 in Erfurt geboren und studierte von 1990 bis 1995 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, die eng mit der Neuen Leipziger Schule verbunden ist. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er insbesondere durch sein 2013 entstandenes Porträt von Papst Benedikt XVI. bekannt, das für die Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl geschaffen wurde. Aufmerksamkeit erregte zuletzt auch seine 2022 vollendete Ergänzung des Marienaltars von Lucas Cranach d. Ä. aus dem Jahr 1519, die bis heute Gegenstand kontroverser Diskussionen zwischen Kirche und Denkmalpflege ist. 2024 verlieh ihm die Theologische Fakultät der Universität Leipzig die Ehrendoktorwürde.
Einmal jährlich veranstaltet der Campus für Theologie und Spiritualität Berlin (CTS Berlin) eine akademische Meisterklasse. Sie bietet Interessierten die Möglichkeit, ausgewählte Aspekte von Spiritualität, Urbanität und Post-/Säkularität gemeinsam mit international renommierten Lehrenden wissenschaftlich zu vertiefen. Michael Triegel wird die CTS-Meisterklasse 2026 unter dem Titel »Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren« leiten (8. bis 10. Juli 2026). Vorträge und Gesprächsformate, die gemeinsame Besichtigung seiner Arbeit »Deus absconditus« (Der abwesende Gott) in St. Matthias in Berlin (Schöneberg), die Sichtung eines neuen Films über die Schaffensweise des Künstlers und spiritualitätstheologische Deutungen seiner Kunst stehen auf dem Programm des dreitägigen Seminars.