Heinz Mack: Spectrum Mundi
Heinz Mack, Untitled (Chromatic Constellation), 2025. 143 x 160 cm. Heinz Mack © VG Bildkunst, Bonn 2026. Photo: Studio Mack
Heinz Mack präsentiert mit »Spectrum Mundi« eine Einzelausstellung in der St. Matthäus-Kirche, die während der Berlin Art Week vom 3. bis 13. September 2026 zu sehen ist. Entstanden in Zusammenarbeit zwischen der MACK FOUNDATION und der Part Foundation / Spiegelberger Stiftung, vereint die Ausstellung 24 neue Gemälde aus der Werkgruppe der Chromatischen Konstellationen, die im Laufe des vergangenen Jahres entstanden sind. Der Titel leitet sich vom lateinischen Wort »spectrum« ab und verweist auf die Vielschichtigkeit der Farben, sowie auf das innere Bild, das in der Seele Gestalt annimmt.
Der neue Werkzyklus bündelt Heinz Macks kontinuierliche Auseinandersetzung mit Farbe, Wahrnehmung und den immateriellen Qualitäten des Lichts. Die 24 Gemälde sind in einem einheitlichen Format und Größenverhältnis angelegt und beziehen sich auf den 24-stündigen Rhythmus eines Tages: Sie zeichnen den Wandel vom hellen Licht des Morgens bis zu den dunkleren Tönen der Nacht. Trotz eines weitgehend einheitlichen Formats besitzt jedes Gemälde eine unverwechselbare chromatische Identität. Die Struktur entsteht nicht aus einem vorgegebenen kompositorischen System, sondern aus den Beziehungen der Farben zueinander. Farbe versteht Mack seit jeher als ein wesentliches Element menschlicher Erfahrung, geprägt von der Spannung zwischen ihrer materiellen Präsenz und ihrer immateriellen Wirkung auf die Wahrnehmung.
Mack beschäftigt sich mit den Zyklen von Zeit und Beständigkeit, wie er selbst erläutert: »Bekanntlich findet Kunst nur ›zeitweilig‹ das Interesse der Menschen und kunsthistorische Bewegungen ergeben auch eine Art Tempi passati, typisch für unsere schnelllebige Zeit. Der 24-Stunden-Aspekt gilt natürlich seit Ewigkeit. Der Lauf der Sonne dauert 24 Stunden.«
Nachdem Mack die Malerei 1966 weitgehend zugunsten von Reliefs, Skulpturen und Land Art aufgegeben hatte, kehrte er fünfundzwanzig Jahre später zur Malerei zurück und begründete ein umfangreiches Oeuvre. Im Mittelpunkt dieser Praxis stehen die seit 1991 entstehenden Chromatischen Konstellationen, in denen die Farbe selbst nach Jahrzehnten einer vorwiegend monochromen Bildsprache sowohl zum Thema, als auch zum strukturgebenden Prinzip wird. Durch das subtile Zusammenspiel von Pigment, Transparenz und Licht erzeugen diese Arbeiten eine vielschichtige Wahrnehmung von Bewegung, Tiefe und räumlicher Komplexität.
Über mehr als sieben Jahrzehnte hinweg hat Heinz Mack mit seiner wegweisenden Erforschung des Lichts als Material und Medium die Entwicklung der europäischen Nachkriegskunst maßgeblich geprägt. Gemeinsam mit Otto Piene gründete er 1957 die avantgardistische ZERO-Bewegung, die eine auf universellen Elementen basierende Kunst propagierte, bestehende Konventionen infrage stellte und die Bildsprache, sowie den kunstphilosophischen Diskurs ihrer Zeit nachhaltig veränderte. »Spectrum Mundi« würdigt zugleich die anhaltende Entwicklung und Bedeutung seines künstlerischen Schaffens und führt diese radikale Vision in die Gegenwart fort.
Heinz Mack, Untitled (Chromatic Constellation), 2025. 143 x 160 cm. Heinz Mack © VG Bildkunst, Bonn 2026. Photo: Studio Mack
Heinz Mack, Untitled (Chromatic Constellation), 2025. 143 x 160 cm. Heinz Mack © VG Bildkunst, Bonn 2026. Photo: Studio Mack
Heinz Mack, Spektrum el Mundi (Chromatic Constellation), 2026. 143 x 160 cm. Heinz Mack © VG Bildkunst, Bonn 2026. Photo: Studio Mack