tempel@hof
Beschreibung:
Wie viele Leben hat ein antiker Tempel gehabt? Über Jahrhunderte hat seine Existenz das Imaginäre der Menschen geprägt. Seine Wände haben Verehrung, Zerstörung, Vergessen und Wiederentdeckung erlebt. Heute stehen seine Steine im Museum. In einer Komposition aus Gesang, Tanz und Schauspiel entstehen auf der Bühne Bilder aus verschiedenen Epochen, die von der Geschichte eines Tempels erzählen. Mit einem griechisch-lateinischen Repertoire begibt sich der Chor auf eine symbolisch-abstrakte Theaterreise durch die Galerien des Museums.
Description:
How many lives has a single ancient temple had? For centuries, its presence has shaped the human imagination. Its walls have witnessed devotion, destruction, oblivion, and rediscovery. Today, its stones stand in the museum. Through a composition of song, dance, and drama, images from different eras come to life on stage, telling one temple’s story. With a Greek and Latin repertoire, the choir navigates a symbolic theatrical journey through the temple’s depths and the museum’s galleries.
A performance as part of the exhibition »Parochet« by Benyamin Reich.
Regie, Bühnenbild, Szenario: Giovanni Vinciguerra
Text: Lucas Shiller
Musikalische Leitung: Stelios Chatziktoris
Weitere Teilnehmer*innen werden bald bekannt gegeben.
Über die Ausstellung:
Im Zentrum der Rauminstallation des jüdischen Künstlers Benyamin Reich steht der Talmudvorhang, hebräisch »Parochet«, der während der Passionszeit den Altar von St. Matthäus verhüllt. In seiner diskursiven Struktur greifen Bild und Text, Schrift und Bildlichkeit, ineinander – gleich einem Text, der in die Welt kommt und Fragen aufwirft. Das aus talmudisch-kabbalistischen Texten und Bildern gewebte Werk erinnert sowohl an den feingestrickten Vorhang des Jerusalemer Tempels und späterer Synagogen als auch an christliche Fastentücher. So entsteht ein jüdisch-christlicher Dialog über Verhüllung, Offenbarung und die Beziehung zwischen Gott und Mensch.