»deyner sunde Diener«?
Bachs Kunst und die Judenverachtung
Von Elias Gottlob Haußmann – http://www.jsbach.net/bass/elements/bach-hausmann.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=106500145
Die Darstellung der Juden in Bachs Johannes- und Matthäus-Passion stört unser Ideal von Bach, dessen musikalische Kunst uns staunen lässt. Der Musikwissenschaftler Dr. Rüdiger Nolte analysiert Bachs Passionsmusik im Lichte einer jahrhundertealten europäischen Tradition der Judenfeindschaft, die nicht nur als Voraussetzung des modernen Antisemitismus gesehen werden muss, sondern auch als Grundlage unserer westlich europäischen Kultur.
Rüdiger Nolte (*1951 in Celle) studierte nach einem anfänglichen Musikstudium Germanistik und Politikwissenschaft in Marburg und Berlin und wurde 1982 promoviert. Nach Stationen im Verlagswesen, als freier Journalist und Bratschist in Ensembles für Historische Aufführungspraxis war er unter anderem für die Deutsche Grammophon tätig, leitete die Internationalen Festtage Alter Musik Stuttgart und wirkte als Dramaturg und Pressesprecher des Freiburger Barockorchesters. Von 2006 bis 2017 war er Rektor der Hochschule für Musik Freiburg. Heute engagiert er sich in verschiedenen Gremien und Kulturinstitutionen.