Ökumenischer Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler
Simon Strauß, Foto: © Julia Zimmermann
Weihbischof Dr. Matthias Heinrich und Bischof Dr. Christian Stäblein feiern gemeinsam mit dem Künstlerseelsorger und Kunst- und Kulturbeauftragten des Erzbistums Berlin, Pater Georg Maria Roers SJ, und dem Kunstbeauftragten der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Pfarrer Hannes Langbein, eine ökumenische Vesper und teilen das Aschekreuz aus. Die Predigt hält Weihbischof Heinrich. Musikalisch wirken Marika Gejrot (Violoncello) und Lothar Knappe (Orgel) mit Werken von Ferdinand Halphen, Yehoyachin Stutschewsky und Samuel Alman.
Die sich anschließende traditionelle Künstlerrede hält der Schriftsteller, Historiker und Kulturjournalist Simon Strauß (*1988 in Berlin), der seit 2016 als Feuilleton-Redakteur und Theaterkritiker bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung arbeitet. Literarisch wurde Strauß 2017 mit seinem Debüt »Sieben Nächte« bekannt, einem existenziell geprägten Prosatext über Sinnsuche und Gegenwartserfahrung. Es folgten u. a. »Römische Tage« (2019) und die Novelle »zu zweit« (2023), letztes Jahr veröffentlichte er sein erstes Sachbuch »In der Nähe – vom politischen Wert einer ostdeutschen Sehnsucht«. In seinen Texten verbindet er historische Reflexion, persönliche Erfahrung und kulturkritische Beobachtungen.
Mit dem »Ökumenischen Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler« beginnt auch die Ausstellung »Parochet« des Berliner Künstlers Benyamin Reich in der St. Matthäus-Kirche. Im Zentrum steht eine große Rauminstallation: der Talmudvorhang (bebräisch: »Parochet«). Während der Passionszeit verhüllt er den Altar von St. Matthäus. Er verbindet talmudische Texte mit christlicher Passionssymbolik und reflektiert durch das Verhüllen des Altars den jüdisch-christlichen Dialog über Sichtbarkeit, Offenbarung und Distanz zwischen Gott und Mensch.
Zu Reichs Künstlerbuch »Jerusalem – Berlin« hat Simon Strauß einen Essay beigetragen.
Seit vielen Jahren begehen das Erzbistum Berlin und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) diesen Tag gemeinsam und eröffnen im Anschluss an die Ökumenische Vesper und die Künstlerrede bei Brot und Wein die Möglichkeit zum Austausch und Gespräch.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.