Projekt: Eden – »Meine Stadt, mein Garten, mein Paradies«

Mit »Projekt : Eden« möchte das Vokalensemble Byrdland den mit dem Bild des Gartens verbundenen Gefühlen und Eindrücken musikalisch nachspüren – mit Werken von Heinrich Schütz, Rudolf Mauersberger, Ola Gjeilo, Eric Whitacre, Karl Jenkins und Eleanor Daley.

© Vokalensemble Byrdland

Leitmotiv für das »Projekt : Eden« ist der Garten: der abgeschiedene, umfriedete, geheime Garten ist Inbegriff von Privat- und Intimsphäre; der »hortus conclusus« gar Symbol für die reine Mutter Gottes. Garten, das ist Geborgenheit und Heimat (ein Garten am Haus), Freundschaft und Geselligkeit (Gastgarten), Glaube, Tod und Auferstehung (Paradiesgarten). Und bei alledem schwingt auch der Verlust dieser Gefühle durch Flucht, Vertreibung oder Zerstörung mit – Stichworte, die an hochaktuelle gesellschaftliche Erfahrungen unserer Zeit anknüpfen, die den Menschen und der von ihnen gemachten Musik aber zu allen Zeiten bekannt waren. Musik soll Trost und Hoffnung spenden. Sie erzählt Geschichten darüber, wer wir sind und wie wir dazu wurden. Musik bewegt uns und lässt uns durch die Erfahrung der hinter ihr stehenden Geschichten uns besser verstehen.

Das Grundgerüst für das Konzert bildet die Musik des Frühbarocks von Heinrich Schütz für fünf- bis achtstimmigen Chor und Continuo (Laute): Werke wie »Also hat Gott die Welt geliebt« (SWV 380) und »Ich bin die Auferstehung und das Leben« (SWV 464) zielen auf das Paradies, den »Garten Eden«, und die christliche Erlösung ab, während mit »An den Wassern zu Babel saßen wir« (SWV 37) und Rudolf Mauersbergers Motette »Wie liegt die Stadt so wüst« (komponiert unter den Eindrücken der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg) auf Verlusterfahrungen eingehen. Kontrastiert wird die Alte Musik durch zeitgenössische A-cappella-Chormusik: Mit Stücken zur Liebe (insbesondere zu Texten aus dem biblischen Hohelied Salomos) von Ola Gjeilo, Eric Whitacre und Karl Jenkins sowie Eleanor Daleys »Grandmother Moon« widmet sich das Vokalensemble der sinnlichen Seite der Welt und rundet die dialektische Betrachtung der Welt auf diese Weise ab.

Byrdland ist ein achtköpfiges Solo-Voice-Ensemble, in dem jede Stimme allein ihren Part singt, gleichzeitig aber mit ihren Partnern im Gesamtklang aufgeht. Ihre Konzertprogramme vereinen Alte Musik aus der Renaissance und dem Barock mit modernen Werken zeitgenössischer Komponist*innen.

Direkt vor dem Konzert sind Byrdland um 18 Uhr im hORA-Gottesdienst in der St. Matthäus-Kirche zu hören. Wer möchte, kann nach dem Gottesdienst in der Kirche bleiben und dem Konzert im Anschluss lauschen.

Termin:
16.06.2024, 19:30 Uhr

 

Ort:
St. Matthäus-Kirche
Matthäikirchplatz
10785 Berlin

 

Eintritt frei