Zerrissen und ganz
Das Programm ergründet die existenzielle Dualität unseres Daseins. Es ist ein musikalischer Dialog über die tiefen Widersprüche der Welt – den Widerstreit zwischen Fleisch und Geist, der Endlichkeit des Augenblicks und der Unendlichkeit der Ewigkeit. Jener Riss, der mitten durch das menschliche Herz geht, findet hier seinen Ausdruck. In Kunst und Religion wird dieser Zustand oft durch das Bild des Dämons symbolisiert – des Diabolos, des »Entzweiers«, dessen Kraft darauf gerichtet ist, das Einheitliche in widerstreitende Teile zu spalten. Doch inmitten dieser Zerrissenheit erschafft die Musik eine bewusste »Insel der Ganzheit«. Sie wird zum Ort des Innehaltens, an dem die Verbindung zur Welt, zur Ewigkeit und zum Göttlichen spürbar wird. Die ausgewählten Werke fangen flüchtige Fragmente von Inspiration und Liebe ein und machen sie für einen heiligen Augenblick erlebbar: Einen Moment, in dem die Trennung aufgehoben ist und wir wieder eins werden mit uns selbst.