»Vom bleiben und gehen« – »Niemandsland – Reden über Kunst und Flucht«
© »Was bisher geschah: Lord Samon ist die Flucht geglückt“ von Simon, 6 Jahre, Buchkinder Leipzig
Programm:
18:00 Uhr
Begrüßung
Dr. Rosa Coco Schinagl, Kunstplanbau, und Hannes Langbein, Stiftung St. Matthäus
»Vom Bleiben und Gehen« – eine Begegnung zweier Welten
Ein Film von Manuel Linke, Sibylle Stier und Josef Eder
Eine Gruppe Jugendlicher der Rosenheimer Waldorfschule reist nach Tunesien, um dort auf Geflüchtete zu treffen, die in dem nordafrikanischen Land festsitzen. Begleitet vom Community Dance Choreograph Josef Eder erkunden sie eine Realität, die in starkem Kontrast zu ihrer eigenen steht. Nach zehn Tagen kehren die Schüler*innen zurück nach Deutschland, wo sie ihre Erfahrungen im Theaterstück »Niemandsland« verarbeiten. Der Dokumentarfilm macht diesen besonderen Austausch erfahrbar, gibt Einblick in eine oft übersehene und schwierige humanitäre Situation und zeigt die persönliche Entwicklung der Schüler*innen.
19:15 Uhr
Niemandsland – Reden über Kunst und Flucht
Diskussion mit Manuel Linke (Director of Photography), Benjamin Heisenberg (Regisseur, Autor, Künstler), Yaroslava Black-Terletska (Priesterin, Autorin – angefragt) und Hannes Langbein, Künstlerischer Leiter EKBOart, Kunstbeauftragter der EKBO und Direktor der Stiftung St. Matthäus
Moderation: Jenaba Samura, Researcherin, Autorin, Podcasterin, Moderatorin.
20:15 Uhr
Promenadologie – Spaziergangwissenschaften
Performance mit Otto Oscar Hernández Ruiz (Architekt, Künstler) und Veronika Tokareva (Mezzosopranistin)
Ruiz und Tokareva gehen der Frage nach, wie Raum, Bewegung und Umwelt das Leben des Menschen und Geflüchteten prägen. »Ich ging in den Wald, um meine Gedanken zu ordnen, doch der Wald fing an, mich zu ordnen. Jeder Schritt auf dem feuchten Moos war ein Schritt weg von der Angst und ein Schritt hinein in diese neue, fremde Erde, die mich noch
nicht kannte«. In seinen Roman »In der Fremde sprechen die Bäume arabisch« verknüpft Usama Al Shahmani das Gehen im Schweizer Wald direkt mit dem Trauma der Flucht und der Suche nach Heimat. Der Wald wird hier zum Raum einer erzwungenen, heilenden Promenadologie.
20:30 Uhr Erscheinungen. Auf dem Tisch wächst kein Reis
Quantenphysik – Natur – Glaube
Die Tradition nicht anstelle des Neuen, sondern als Quelle des Neuen zu erschließen. Aber wo ist die Quelle?
Andreas Feldtkeller im Gedankenaustausch mit dem Astrophysiker Andreas Burkert
Die Quantenphysik hat die einseitige Sicht der Naturwissenschaft, sie hat den Determinismus aufgelöst, infrage gestellt und lässt so wieder Raum für das Göttliche. Aber kann sie etwas über Gott aussagen? Vielleicht kann man an den Urknall und gleichzeitig an Gott glauben – und zwar ohne einen logischen Widerspruch? Naturwissenschaft und Dogmatik, die Glaubenslehren, bewegen sich auf verschiedenen Ebenen. Die Ebenen haben gemeinsame Schnittgeraden. Und genau hier liegt die fruchtbare Aufgabe des Dialogs: Nicht die Naturwissenschaft religiös zu vereinnahmen und nicht die Religion naturwissenschaftlich beweisen zu wollen, sondern beide miteinander ins Gespräch zu bringen. Dann kann die Physik durchaus Konsequenzen dafür haben, wie Theologie über Schöpfung, Zeit, Kausalität, Freiheit und menschliche Erkenntnis nachdenkt – ohne selbst Theologie zu werden.
21:30 Uhr
Promenadologie – Spaziergangwissenschaften
Performance mit Otto Oscar Hernández Ruiz (Architekt, Künstler) und Veronika Tokareva (Mezzosopranistin)
Eine Kooperation mit Kunstplanbau